[Kolumne] Ängste überwinden.

Flugangst. Heute möchte ich einmal einen etwas anderen Blogpost schreiben. Es geht nämlich nicht um Essen, auch nicht um Deko, Reisen oder sonstige schöne Dinge. Nein, heute möchte ich mal über ein Thema schreiben, das mir persönlich auch sehr am Herzen liegt: Angst. Ein Gefühl, das wirklich jeder Mensch kennt. Manche mehr, manche weniger, aber jeder kennt es. Und mal ehrlich: Es fühlt sich scheiße an. Du fühlst dich unsicher und beklemmt, vielleicht kannst du nicht schlafen, kannst an nichts anderes mehr denken oder die Angst bestimmt vielleicht sogar schon dein Leben, in dem sie die Entscheidungen für dich trifft.

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Ich weiß wo von ich spreche, denn ich würde mich selbst als eher ängstlichen Menschen beschreiben. Eine meiner großen Mankos ist die Flugangst. Ich meine, das ist doch verrückt, sich in eine Maschine zu setzen, die in der Luft fliegt und durch nichts weiteres als Physik oben bleibt. Dazu liegt die Verantwortung für das ganze Ding bei den zwei Piloten im Cockpit, die ja schließlich auch nur Menschen sind. Meiner Meinung nach ist das absolut gruselig. Und da hilft es auch das viel angebrachte Argument nicht, das Flugzeug sei statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel. Denn Angst ist meisten irrational. Jemand, der Angst vor Hunden hat, wird diese Angst weiterhin haben, auch wenn die Wahrscheinlichkeit, von einem Hund zu Tode gebissen zu werden, doch äußerst gering ist. Was ich damit sagen will ist, dass Ängste ihren eigentlich Zweck, nämlich uns Menschen vor gefährlichen Situationen zu schützen, häufig verfehlen. Sie sind also in den meisten Fällen alles andere als nützlich. So wie meine Flugangst, wegen der ich, statt gemütlich in zwei Stunden nach Kopenhagen zu fliegen, einen genau so teuren und dafür vier Stunden längeren Zug buchte. Kein Scherz. Ich war schon kurz davor, einen Flug zu buchen, aber allein der Gedanke daran machte mich derart nervös, dass ich nicht über mich bringen konnte.

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Dabei bin ich schon häufig geflogen, allerdings noch nie alleine. Bis jetzt hatte ich immer jemanden dabei, an den ich mich klammern konnte und der mich beruhigt hat. Dazu muss ich sagen, dass meine Flugangst sicher nicht so stark ist, wie bei anderen Menschen, für die es unmöglich ist, überhaupt zu fliegen oder wenn dann nur mit Beruhigungsmitteln. Jetzt kommt allerdings der ganze Witz an der Geschichte: Mein Freund wird Pilot. Ja, da kann man ruhig mal lachen. Aber auch alle seine Erklärungen über die Funktionsweise von Flugzeugen und die Vorteile des Fliegens konnten mir meine Angst nicht nehmen. Deswegen war ich auch erstmal gar nicht begeistert, dass er mich mal mit auf einen Flug nehmen wollte. Aber wie das mit der Liebe so ist, konnte ich ihm diesen Wunsch irgendwie auch nicht so richtig abschlagen. Tja, und so ist es dann wirklich dazu kommen, dass Ich, Angsthase Nr.1, einen zweistündigen Flug in einem 4-Mann.Flugzeug überstanden habe. Halleluja! Den Abend und den Morgen davor war ich wie immer extrem aufgeregt und habe nach Ausreden gesucht, warum ich leider doch nicht mitfliegen kann (Magen-Darm, Kopfschmerzen, das Wetter ist zu schlecht). Doch irgendwie hatte mich auch der Ehrgeiz gepackt: Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich meine Angst überwinden kann. Ich habe daran gedacht, wie stolz ich nach dem Flug auf mich sein werde und mich nur darauf konzentriert.

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Vor dem Start drückte mir mein Freund noch 3 (!) Kotztüten in die Hand (oder wie er so schön sagte: „Air Sickness Bags“), ich bekam ein Headset auf und dann ging es auch schon los.
Und auf einmal war ich ganz ruhig, meine Angst war wie weggeblasen. Ich fand es spannend, die Landschaft von oben zu betrachten, meinem Freund beim Fliegen zuzuschauen und dem Tower beim Funken zuzuhören. Und auch wenn mir bei einem etwas wackeligen Landeanflug ziemlich schlecht wurde, konnte ich meinen gesamten Mageninhalt bei mir behalten (juhu!). Zwischendurch musste ich mir immer wieder bewusst machen, dass ich FLIEGE und KEINE ANGST HABE. Frag mich bitte nicht, wie ich das gemacht habe. Doch oft malt man sich eine Situation total schlimm aus, und wenn man sie dann erlebt, ist es alles halb so wild. Der Flug ist jetzt zwei Wochen her, und ich bin immer noch verdammt stolz auf mich. Ich habe es geschafft, meine Angst zu überwinden und hab ihr gezeigt, wer hier der Boss ist! Ob ich beim nächsten Flug trotzdem wieder Angst haben werde? Sehr wahrscheinlich. Aber jetzt weiß ich, dass ich diese Angst wieder überwinden kann. Und wenn ich das immer und immer wieder tue, verschwindet sie irgendwann vielleicht ganz. Also: Trau dich! Überwinde deine Ängste! Du wirst daran wachsen und danach besser, schlauer und selbstbewusster sein. Egal um was für eine Angst es sich bei dir handelt. Ich nehme nun meine nächste in Angriff: Ein Auslandsaufenthalt alleine ist in Planung. Wünscht mir Glück! 🙂

Ein großes Danke und viel Liebe an meinen Schatz, der mir geholfen hat, meine Angst zu überwinden und außerdem hervorragend geflogen ist! ♥

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3 Gedanken zu “[Kolumne] Ängste überwinden.

  1. Jane schreibt:

    Hey Johanna, wirklich beeindruckend, was du da getan hast. Ich habe selbst auch große Flugangst, ein kleines Flugzeug käme für mich nie in Frage. Vielleicht war dein Vertrauen zu deinem Liebsten einfach größer als die Angst? Woran es auch lag, es zeigt uns Angsthasen mal wieder, dass die Angst vor der Angst oft schlimmer ist als die Situation es wert gewesen wäre. Ich habe neulich übrigens auch über meine Flugangst geschrieben und wie ich mit ihr umgehe. Schau doch mal rein: https://bearsnberries.com/2017/02/13/be-scared-but-do-it/
    Ich bleibe ebenso wie du dran!
    LG Jane ❤

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    • Johanna schreibt:

      Liebe Jane,
      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ja es kann gut sein, dass es daran gelegen hat. Schließlich wollte ich ihm ja auch zeigen, dass ich ihm vertraue 🙂 Und du hast recht: meistens ist es nur die Angst vor der Angst! Ich lese mir deinen Beitrag auf jeden Fall auch durch 🙂
      Liebe Grüße ❤ Johanna

      Gefällt 1 Person

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